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Ökologische Ökonomie

Ökologische Ökonomie

Die Ökologische Ökonomie ist ein interdisziplinäres Forschungsfeld, das sich mit der Integration ökologischer Prinzipien in wirtschaftliche Theorien und Praktiken befasst. Im Gegensatz zur herkömmlichen Ökonomie, die oft von einem anthropozentrischen Ansatz ausgeht und das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) als Hauptziel betrachtet, legt die Ökologische Ökonomie den Schwerpunkt auf ökologische Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und das Wohlergehen von Mensch und Natur.

Merkmale der Ökologischen Ökonomie:

  1. Integration von Ökologie und Wirtschaft: Die Ökologische Ökonomie betrachtet die Wirtschaft als Teil des ökologischen Systems und berücksichtigt ökologische Grenzen und Zusammenhänge in wirtschaftlichen Entscheidungsprozessen.
  2. Nachhaltigkeit: Die Ökologische Ökonomie strebt eine nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen und ein Gleichgewicht zwischen ökonomischer Entwicklung, Umweltschutz und sozialer Gerechtigkeit an.
  3. Begrenztes Wachstum: Im Gegensatz zur traditionellen Wirtschaftstheorie, die von unbegrenztem Wirtschaftswachstum ausgeht, betont die Ökologische Ökonomie die Notwendigkeit eines stabilen Zustands oder eines sanften Wachstums, das innerhalb der Tragfähigkeitsgrenzen des Planeten liegt.
  4. Mehrdimensionale Bewertung: Die Ökologische Ökonomie betrachtet nicht nur finanzielle Aspekte, sondern bewertet auch ökologische und soziale Kosten und Nutzen bei wirtschaftlichen Entscheidungen.
  5. Partizipation und Gerechtigkeit: Die Ökologische Ökonomie strebt eine partizipative Entscheidungsfindung und eine gerechte Verteilung von Ressourcen und Umweltgütern an, um die Bedürfnisse heutiger und zukünftiger Generationen zu berücksichtigen.

Ansätze in der Ökologischen Ökonomie

  1. Ökologische Wirtschaftstheorie: Entwicklung neuer theoretischer Modelle, die ökologische Prinzipien in wirtschaftliche Analysen und Konzepte integrieren, wie z.B. das Konzept des „Ökologischen Fußabdrucks“ oder das „Gesamtökonomische Konzept der Nachhaltigkeit“ (TNS).
  2. Nachhaltige Entwicklung: Forschung und Politikberatung zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung auf lokaler, regionaler und globaler Ebene, die ökonomische, ökologische und soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigt.
  3. Umweltökonomie und Politik: Analyse der Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft und Umwelt sowie Entwicklung von Instrumenten und Politiken zur Förderung umweltfreundlicher Verhaltensweisen und zur internalisierung externer Umweltkosten.
  4. Gemeinwohlökonomie: Konzepte und Praktiken, die sich auf die Förderung des Gemeinwohls und der sozialen Gerechtigkeit durch wirtschaftliche Aktivitäten konzentrieren, wie z.B. Solidarische Wirtschaftsmodelle und Gemeinwohlbilanzierung.

Die Ökologische Ökonomie spielt eine wichtige Rolle bei der Förderung einer nachhaltigen Entwicklung und der Bewältigung globaler Umweltprobleme wie Klimawandel, Artensterben und Ressourcenknappheit. Indem sie ökologische Prinzipien in wirtschaftliche Entscheidungsprozesse integriert und alternative Wirtschaftsmodelle und Politiken fördert, trägt die Ökologische Ökonomie dazu bei, eine resilientere und gerechtere Gesellschaft zu schaffen, die im Einklang mit den natürlichen Grenzen unseres Planeten steht.

Die Ökologische Ökonomie ist aus verschiedenen Strömungen und Bewegungen entstanden, die sich kritisch mit den Auswirkungen des industrialisierten Wirtschaftssystems auf die Umwelt und die Gesellschaft auseinandersetzten. Die Entwicklung der Ökologischen Ökonomie lässt sich auf mehrere Einflüsse und historische Entwicklungen zurückführen:

  • Umweltschutzbewegungen: In den 1960er und 1970er Jahren entstanden in vielen Ländern Umweltschutzbewegungen, die sich gegen Umweltverschmutzung, Ressourcenverschwendung und die Zerstörung natürlicher Lebensräume engagierten. Diese Bewegungen trugen dazu bei, das Bewusstsein für Umweltfragen zu schärfen und den politischen Druck für umweltfreundliche Maßnahmen zu erhöhen.
  • Kritik an der traditionellen Wirtschaftstheorie: Die traditionelle neoklassische Wirtschaftstheorie, die von einem unendlichen Wirtschaftswachstum ausgeht und ökologische Aspekte oft vernachlässigt, wurde zunehmend kritisiert. Ökonomen wie Nicholas Georgescu-Roegen und Herman Daly argumentierten für eine ökologischere und nachhaltigere Wirtschaftstheorie, die die begrenzten Ressourcen und ökologischen Grenzen des Planeten berücksichtigt.
  • Alternative Wirtschaftsmodelle: Parallel zur Entwicklung der Umweltschutzbewegungen entstanden verschiedene alternative Wirtschaftsmodelle und Lebensstile, die ökologische Prinzipien betonten, wie z.B. die Degrowth-Bewegung, die Transition Towns-Bewegung und die Solidarische Ökonomie. Diese Bewegungen inspirierten Forscher und Aktivisten dazu, neue Konzepte und Ansätze in der Wirtschaftswissenschaft zu erforschen.
  • Interdisziplinäre Forschung: Die Ökologische Ökonomie ist ein interdisziplinäres Forschungsfeld, das Erkenntnisse aus verschiedenen Disziplinen wie Ökonomie, Ökologie, Soziologie, Politikwissenschaft und Ethik integriert. Durch den Dialog und den Austausch zwischen verschiedenen Fachgebieten wurden neue Konzepte und Methoden entwickelt, um ökologische und soziale Herausforderungen zu adressieren.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Ökologische Ökonomie zu einem etablierten Forschungsfeld und einer globalen Bewegung entwickelt, die sich für eine nachhaltigere und gerechtere Wirtschaftsweise einsetzt. Durch Forschung, Bildung, Politikberatung und zivilgesellschaftliches Engagement trägt die Ökologische Ökonomie dazu bei, alternative Wege für die wirtschaftliche Entwicklung aufzuzeigen, die im Einklang mit den ökologischen Grenzen unseres Planeten stehen.

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