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Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist ein Bildungsansatz, der Menschen dazu befähigen soll, die Prinzipien der Nachhaltigkeit zu verstehen und anzuwenden. Ziel ist es, Lernende zu befähigen, verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen und als verantwortungsbewusste Bürger zu handeln, die sich für eine nachhaltige Entwicklung einsetzen. BNE umfasst sowohl formale Bildung (Schulen, Universitäten) als auch informelle Bildungsprozesse (Gemeinschaftsprojekte, NGOs) und zielt darauf ab, Wissen, Werte und Fähigkeiten zu vermitteln, die notwendig sind, um die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen.

Merkmale von BNE:

  1. Interdisziplinarität: BNE integriert Wissen und Perspektiven aus verschiedenen Disziplinen wie Umweltwissenschaften, Wirtschaft, Soziologie und Ethik.
  2. Handlungsorientierung: BNE fördert aktives Lernen und ermutigt die Lernenden, nachhaltige Lösungen in ihrem Alltag umzusetzen.
  3. Partizipation und Empowerment: BNE stärkt die Fähigkeit der Lernenden, sich an Entscheidungsprozessen zu beteiligen und eigene Initiativen zu ergreifen.
  4. Zukunftsorientierung: BNE fördert das Denken in langfristigen Zeiträumen und berücksichtigt die Auswirkungen von Entscheidungen auf zukünftige Generationen.
  5. Globale und lokale Perspektiven: BNE verbindet globale Herausforderungen mit lokalen Kontexten und ermutigt zu lokal angepassten Lösungen.

Beispiele für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE):

  • Umweltschulen in Europa/Internationale Agenda 21-Schulen: Dieses Programm unterstützt Schulen dabei, Themen der nachhaltigen Entwicklung in ihren Lehrplan zu integrieren und Umweltprojekte durchzuführen, wie z.B. Schulgärten, Recyclingprogramme und Energieeinsparungsmaßnahmen.
  • Eco-Schools: Ein internationales Programm, das Schülern ermöglicht, durch praxisorientierte Projekte und Schulaktivitäten Nachhaltigkeit zu erleben und zu gestalten. Schulen, die bestimmte Nachhaltigkeitskriterien erfüllen, erhalten die „Grüne Flagge“ als Anerkennung.
  • Nachhaltigkeitsstudiengänge: Viele Universitäten bieten spezialisierte Studiengänge in Nachhaltigkeit und Umweltwissenschaften an. Beispiele sind der „Master of Sustainability“ an der Leuphana Universität Lüneburg oder der „MSc in Environmental Change and Management“ an der University of Oxford.
  • Transdisciplinary Learning: Universitäten integrieren BNE in ihre Lehrpläne, indem sie transdisziplinäre Projekte und Forschung fördern, die nachhaltige Lösungen für reale Probleme entwickeln.
  • Sustainable Development Solutions Network (SDSN) Youth: Diese Initiative unterstützt junge Menschen weltweit dabei, nachhaltige Entwicklungsziele (SDGs) in ihren Universitäten und Gemeinschaften zu fördern, indem sie innovative Projekte und Forschungsvorhaben durchführen.
  • Green Office Movement: Diese Bewegung umfasst studentisch geführte Büros an Universitäten, die sich für mehr Nachhaltigkeit auf dem Campus einsetzen. Sie initiieren Projekte zur Energieeinsparung, Abfallreduzierung und Bewusstseinsbildung.
  • Transition Towns: Diese Graswurzelbewegung fördert lokale Gemeinschaften dabei, nachhaltiger zu leben und sich auf die Herausforderungen des Klimawandels vorzubereiten. Aktivitäten umfassen Gemeinschaftsgärten, lokale Tauschbörsen und Energieprojekte.
  • Volkshochschulen (VHS): In vielen Ländern bieten Volkshochschulen Kurse und Veranstaltungen zu Nachhaltigkeitsthemen an, die Erwachsenen helfen, nachhaltige Praktiken in ihrem Alltag zu integrieren.
  • Plant-for-the-Planet: Eine von Kindern und Jugendlichen geführte Initiative, die weltweit Bäume pflanzt, um CO2 zu binden und das Bewusstsein für den Klimawandel zu schärfen. Die Initiative bietet auch Akademien an, um Kinder und Jugendliche zu Botschaftern für Klimagerechtigkeit auszubilden.
  • Greenpeace Education: Greenpeace bietet Bildungsressourcen und Workshops zu verschiedenen Umweltthemen an, um das Bewusstsein und das Engagement für Nachhaltigkeit zu fördern.
  • Global Schools Program: Eine Initiative der Vereinten Nationen, die Schulen weltweit dabei unterstützt, die SDGs in ihre Lehrpläne zu integrieren. Das Programm bietet Lehrmaterialien, Schulungen und Netzwerkmöglichkeiten für Lehrkräfte.
  • Earth Charter Initiative: Diese Plattform bietet Bildungsressourcen und Workshops, um die Prinzipien der Earth Charter, einem Leitdokument für nachhaltige Entwicklung und globale Ethik, in Bildungseinrichtungen und Gemeinschaften zu verbreiten.

Bildung für nachhaltige Entwicklung spielt eine entscheidende Rolle bei der Förderung einer nachhaltigen Zukunft. Sie befähigt Menschen, die komplexen Zusammenhänge zwischen Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft zu verstehen und aktiv zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Durch BNE werden Werte wie Verantwortung, Gerechtigkeit und Respekt für die Natur vermittelt, die notwendig sind, um die globalen Herausforderungen unserer Zeit erfolgreich zu bewältigen.

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