Integraler Ansatz

Ganzheitlich Denken und Handeln

»Ein menschliches Wesen ist Teil eines Ganzen, das von uns Universum genannt wird, ein Teil, der in Raum und Zeit begrenzt ist. Er erfährt seine Gedanken und Gefühle als abgetrennt vom Rest – eine Art optische Täuschung seines Bewusstseins. Dieser Irrtum ist eine Art Gefängnis für uns, das uns auf unsere persönlichen Wünsche beschränkt und unsere Zuneigung auf nur die wenigen, die uns am nächsten stehen. Unsere Aufgabe muss sein, uns aus diesem Gefängnis zu befreien, indem wir den Kreis unseres Mitgefühls so ausweiten, dass wir damit alle lebenden Wesen und die gesamte Natur in ihrer Schönheit umarmen.«

– Albert Einstein

Kurs setzen und Kurs halten in rasanten Zeiten

Mit der Globalisierung stehen uns heute alle Quellen des Wissens und der Weisheit aus Prämoderne, Moderne und Postmoderne aus allen Kulturen der Welt zur Verfügung. Gleichzeitig werden unsere Arbeits- und Lebenswelten, Umwelten und unsere Beziehungen zunehmend komplexer, die wissenschaftlichen Disziplinen immer spezialisierter und ein Verständnis für die Gesamtzusammenhänge und Wechselwirkungen wird immer schwieriger.

Um sich als Mensch, Unternehmen oder Organisation in dieser komplexen Welt zurecht zu finden und einen sinnvollen Beitrag zu leisten, reicht es nicht mehr aus, sich einen bestimmten Ausschnitt der Wirklichkeit auszuwählen und zur alles dominierenden Wahrheit zu erheben. Stattdessen brauchen wir einen umfassenden Überblick, der uns eine sinnvolle Orientierung liefert.

Die Integrale Landkarte – das bisher vollständigste und genaueste Modell der Welt

Ken Wilber, einer der einflussreichsten Denker unserer Zeit, hat ein Modell entwickelt, um die Wirklichkeit so umfassend wie möglich zu beschreiben – die Integrale Landkarte. Integral bedeutet alle Perspektiven einzunehmen und keine Perspektive zu bevorzugen.

Dieser elegante Ansatz führt sämtliche Einzelerkenntnisse aus den verschiedenen Wissenschaften und Weisheitstraditionen zu einem einheitlichen und umfassenden Modell der Welt zusammen, welches die Wirklichkeit mit fünf wesentlichen Dimensionen beschreibt:

Dies sind keine theoretischen Konstrukte, sondern diese fünf Dimensionen sind praktische erlebbare Aspekte unserer eigenen Erfahrung, Konturen unseres eigenen Bewusstseins, die jetzt und in jedem anderen Augenblick unserer eigenen Wahrnehmung zugänglich sind. Und sie stellen den Schlüssel zur Erschließung und Förderung der menschlichen Evolution dar.

Die Integrale Landkarte stellt sicher, das Du und Deine Organisation für jede beliebige Situation das gesamte Spektrum Deiner Hilfsmittel nutzt. Dadurch kannst Du Dich leichter und gründlicher orientieren und wirst die Situation wahrscheinlich auf diese Weise auch erfolgreicher bewältigen. Und weil diese fünf Dimensionen in jedem Ereignis präsent sind, lernst Du fortwährend, diese leichter zu entdecken, besser einzuschätzen und diese konsequent anzuwenden. Dies fördert Deine persönliche Entwicklung zu einem tieferen Verständnis der Welt enorm.

Anders gesagt, der Integrale Ansatz unterstützt Dich und Deine Organisation darin, sich und die Welt, die Dich umgibt, umfassender und effizienter zu verstehen. Du lebst und erlebst damit bewusster, Dein Handeln wird wirksamer, Du kannst sinnvoller zu Gemeinschaften beitragen und aktiver teilhaben.

Wenngleich die Integrale Landkarte nur eine Karte ist – und nicht das Gelände selbst – so ist sie die vollständigste und genaueste Karte der Wirklichkeit, die wir zurzeit haben. Die Anwendung dieser Karte bedeutet für Dich und Deine Organisation insbesondere:

  • Kluge, weil umfassend durchdachte und ausgewogene Entscheidungen.
  • Mehr eigene Handlungsspielräume durch ein besseres Verständnis der Perspektiven Deiner Kunden, Mitarbeiter, Partner und Mitmenschen.
  • Mehr Bewusstheit für die systemischen Zusammenhänge in Deiner beruflichen, kulturellen, natürlichen und persönlichen Umwelt.
  • Allparteiliche Lösungen für die Konflikte, die unserer komplexen Welt innewohnen.
  • Mehr Raum für wertschätzende Zusammenarbeit und Kommunikation.
  • Bewusstheit für einen achtsamen Umgang mit zur Verfügung stehenden Ressourcen.

Was ist „integral“?

„Evolution“ bedeutet „Entwicklung“ (aus lat. „das Entfalten, Auseinanderwickeln einer Schriftrolle“). Damit bezeichnen wir eine nicht vorherbestimmbare Veränderung in Richtung auf eine höhere Komplexität und Bewusstheit.

Jede neue Entwicklungsstufe der Evolution integriert die vorhergehende und besitzt darüber hinaus neue Eigenschaften, die sich nicht aus der bereits vorhandenen Qualitäten ableiten lassen. Evolution bewahrt das Bestehende und transzendiert es zugleich in eine neue Qualität. Auf diese Weise entstehen ineinander geschachtelte Wachstumshierarchien, so genannte „Holarchien“, z.B. Atom – Molekül – Zelle – Organismus.

Neugierig? Mehr im Artikel „Tetra-Evolution“.

Die vier Quadranten repräsentieren vier grundlegende Perspektiven, die Du gegenüber jedem Ereignis oder Aspekt der Wirklichkeit einnehmen kannst. Die Quadranten entstehen durch zwei Gegensätze der Wirklichkeit:

  • Innen und außen: Alles Lebendige (z.B. ein Mensch) hat ein subjektiv erfahrbares „Innen“ (z.B. Deine Gedanken) und ein objektiv sichtbares und messbares „Außen“ (z.B. Deine Körpergröße).
  • Individuum und Systeme: Jedes Lebewesen ist zugleich ein Individuum und in verschiedene Systeme eingebunden (z.B. Dein Umfeld, Deine Familie, Deine Organisationen).

Alles kann aus diesen vier Perspektiven betrachtet werden. Aus jeder Perspektive sieht die Welt anders aus und bleibt unvollständig – und alle sind gleich wichtig! Zusammen betrachtet ergibt es einen Sinn.

Neugierig? Mehr im Artikel „Quadranten“.

Wir alle kennen natürliche Bewusstseinszustände wie Wachen, Träumen und Tiefschlaf. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl weiterer Bewusstseinszustände, unter anderem:

  • Meditative Zustände, ausgelöst z.B. durch Meditation, Yoga oder kontemplatives Gebet.
  • Veränderte Zustände, ausgelöst z.B. durch Alkohol oder andere Drogen.
  • Unterschiedliche Gipfelerfahrungen, ausgelöst durch intensive Erlebnisse.

Zustände können Menschen in bestimmten Situationen tiefe innere Motivation, Sinn und Antrieb liefern oder ihr Handeln erheblich beeinflussen.

Neugierig? Mehr im Artikel „Zustände“.

Typen beschreiben verschiedene Arten, in denen wir uns auf jeder Entwicklungsstufe zeigen. Manche Typologien unterscheiden nur zwei Grundtypen:

  • Männlich – Weiblich
  • Yin – Yang

Andere Typologien differenzieren eine Fülle von Typen, unter anderem:

  • Repräsentationssysteme (visueller, auditiver, kinästhetischer Typ)
  • Metaprogramme (NLP)
  • Myers-Briggs-Typen
  • Struktogramm
  • Sternzeichen

Kennzeichnend für Typologien ist, dass diese sich unabhängig von den Entwicklungsstufen manifestieren. Anders gesagt bleibt ein bestimmter Typ auf jeder Stufe der Entwicklung unverändert bestehen.

Neugierig? Mehr im Artikel „Typologien“.

Entwicklungslinien beschreiben die Tatsache, dass Menschen und andere Lebewesen zahlreiche unterschiedliche Intelligenzen besitzen, die sich auch ganz unterschiedlich weit entwickelt haben können.

Bei einigen Menschen kann z.B. das logische Denken hoch entwickelt, jedoch die moralische Entwicklung eher dürftig ausgeprägt sein. Andere Menschen haben eine außerordentlich hohe emotionale Intelligenz, können jedoch nur mäßig logische Aufgabenstellungen bewältigen. Die meisten Menschen sind in zwei oder drei Bereichen sehr gut entwickelt, während andere Bereiche bei ihnen eher wenig ausgeprägt sind.

Neugierig? Mehr im Artikel „Entwicklungslinien“.

Entwicklungsstufen kennzeichnen bedeutsame Meilensteine von Wachstum und Bewusstsein. Wurde eine bestimmte Entwicklungsstufe erst einmal stabil erreicht so steht das volle Potenzial dieser Stufe praktisch jederzeit zur Verfügung.

Es existieren diverse Entwicklungsmodelle, jedoch haben sich nur wenige in der praktischen Anwendung bewährt. Das von uns bevorzugte Entwicklungsmodell geht auf den Entwicklungspsychologen Clare Graves zurück und wurde von seinen Schülern Don Beck und Christopher Cowan zu „Spiral Dynamics“ weiterentwickelt. Es ist gut erforscht und kam mittlerweile 50.000 Mal weltweit zum praktischen Einsatz, u.a. auch im politischen Entwicklungsprozess Nelson Mandelas.

Neugierig? Mehr im Artikel „Strukturstufen“.

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