Tetra-Evolution

Natürliche Veränderung und Entwicklung zu höherer Komplexität, Ordnung und Bewusstsein

»It is not the strongest of the species that survives, not the most intelligent that survives. It is the one that is the most adaptable to change.«

– Charles Darwin

Das Spiel des Lebens

„Evolution“ bedeutet „Entwicklung“ (aus lat. „das Entfalten, Auseinanderwickeln einer Schriftrolle“). Damit bezeichnen wir eine nicht vorherbestimmbare Veränderung in Richtung auf eine höhere Komplexität und Bewusstheit.

Jede neue Entwicklungebene der Evolution integriert die vorhergehende und besitzt darüber hinaus neue Eigenschaften, die sich nicht aus der bereits vorhandenen Qualitäten ableiten lassen. Evolution bewahrt das Bestehende und transzendiert es zugleich in eine neue Qualität. Auf diese Weise entstehen ineinander geschachtelte Wachstumshierarchien, so genannte „Holarchien“, z.B. Atom – Molekül – Zelle – Organismus.

Veränderung und Entwicklung

Unter „Veränderung“ verstehen wir allgemein den Ablauf oder Verlauf einer stofflichen oder nicht-stofflichen Umwandlung von einem Zustand in einen anderen. Dabei können Veränderungen sowohl innere als auch äußere Ursachen haben. Wir unterscheiden reversible und irreversible Veränderungen.

Der Begriff „Entwicklung“ oder „Evolution“ hingegen beschreibt eine nicht vorherbestimmte Veränderung, die in Richtung einer höheren Komplexität und Ordnung, höherer Differezierung, einer höheren Strukturierung und einem höheren Bewusstsein führt. Die im Zuge der Evolution erreichten Entwicklungsebenen bauen aufeinander auf. Sie sind daher irreversibel, d.h. eine Rückkehr zu früheren Entwicklungsebenen ist nicht möglich (bzw. mit pathogenen Störungen des betreffenden Systems bis hin zur Selbstauflösung verbunden).

Dabei geschieht die Entwicklung von einer Ebene zur nächsten unter dem Einfluss von drei wesentlichen Evolutionsprozessen:

  • Differenzieren – In einem reifen Stadium der bestehenden Entwicklungsebene beginnt das betreffende System den bestehenden Zustand zu kontrastieren. Unterschiede zwischen Bestehendem und Unbekanntem werden bewusst, neuen Qualitäten werden wahrgenommen und etwas Neues als alternative Möglichkeit erkannt. Das Neue wird zunehmend attraktiv (im technischen Sinne).
  • Transzendieren – Sobald ausreichend Attraktivität für die neue Entwicklungsebene entstanden ist überschreitet das betreffende System die bestehende Entwicklungsebene, geht über das Bisherige hinaus und strebt auf die neue Entwicklungsebene zu (Agenz).
  • Integrieren – Auf der neuen Entwicklungsebene angekommen findet zunächst eine Konsolidierung des betreffenden Systems statt, die oft mit einer Ablehnung oder Kontrastierung gegenüber der vorherigen Entwicklungsebene einhergeht. Anschließend kann das Bewährte der vorherigen Ebene in die neue Entwicklungsebene integriert werden, das gute Alte wird mit dem Neuen vereint (Kommunion).

Evolution ist stets Tetra-Evolution

Mit Blick auf die Integrale Landkarte wirkt Evolution stets auf alle vier Quadranten simultan. Studien zur Evolution zeigen, dass das Entstehen einer neuen Entwicklungsebene in einem Quadranten stets in Ko-Evolution mit entsprechenden Entwicklungen in den anderen Quadranten geschieht. Ken Wilber spricht in diesem Zusammenhang von Tetra-Evolution.

Beispielsweise gehen mit dem Erreichen etwa einer neuen körperlichen Entwicklungsebene (Rechts Oben; z.B. des Neokortexes) auch das simultane Entstehen einer neuen sozialen (Rechts Unten; Organisation als Jäger und Sammler in Stämmen), kulturellen (Links Unten; archaische Kultur) und intentionalen (Links Oben; Denken in Symbolen) Entwicklungsebene einher.

Individuelle Entwicklung

Evolution

Ko-Evolution in Quadranten


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