Unternehmen als selbstorganisiertes Nervensystem

Agiert Dein Unternehmen wie ein neuronales Netzwerk?

Agiert Dein Unternehmen wie ein Gehirn?

Betrachten wir unsere Organisation als Gehirn, so betonen wir Prinzipien der Selbstorganisation in einer besonderen Weise. Dieser Vorstellung liegt die Funktionsweise des Gehirns zugrunde, die eine Erinnerung im gesamten Gehirn speichert – und nicht etwa in bestimmten Nervenzellen:

Das Gehirn ist ein operational-geschlossenes System, welches keinen unmittelbaren Zugang zu der Welt "da draußen" hat, sondern seine Vorstellung von der Welt auf Basis der Wahr-Nehmung und Interpretation (Bedeutungsgebung) von Reizen konstruiert die es über seine Sinneskanäle erhält.

Aufgrund seiner Struktur ist das Gehirn gut in der Lage, Entscheidungen über Handlungsweisen und deren Konsequenzen auf Basis unvollständiger Informationen zu treffen. Seine Struktur ist für die Verarbeitung miteinander wechselwirkender Wahrscheinlichkeiten prädestiniert. Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge spielen bei der Informationsverarbeitung im Gehirn hingegen nur eine untergeordnete Rolle. Entsprechend agieren die neuronalen Netze des Gehirns niemals ausschließlich rational-logisch – sondern vor allem und primär psycho-logisch und unwillkürlich.

Bei sich ändernden Bedingungen sind Teile des Gehirns in der Lage, Handlungsweisen kritisch zu reflektieren und Strategien zu modifizieren, um der neuen Situation gerecht zu werden. Und falls Teile des Gehirns ausfallen kann jeder einzelne Teil dazu genutzt werden, um das Gesamtbild zu rekonstruieren (einem Hologramm gleichend). Gerade dieser Aspekt der fraktalen Selbstorganisation unterscheidet solche neuronalen Netzwerke von Maschinen, deren mechanisches Funktionieren auf berechenbaren Ursache-Wirkungs-Relationen beruht.

Dieses moderne Verständnis des Gehirns hat wesentlich die Ansätze der Lernenden Organisation geprägt. Eine Lernende Organisation hat die Fähigkeit

  • bedeutende Aspekte der Umwelt zu erfassen, zu beobachten und zu überprüfen,
  • diese Informationen in Beziehung zu setzen zu funktionalen Handlungsnormen, die das Systemverhalten leiten,
  • bedeutsame Abweichungen von diesen Handlungsnormen zu erkennen,
  • Korrekturmaßnahmen einzuleiten, wenn Diskrepanzen festgestellt werden.

Diese Sichtweise auf Organisationen ist eine geeignete Basis für räumlich verteilte Unternehmen, die keinen Firmensitz, keine Zentrale mehr benötigen, weil sie über das Informationssystem der Organisation kommunizieren und dezentral – aber abgestimmt – handeln können.

Findest Du einige Aspekte Deiner Organisation hier gut beschrieben? Es gibt viele alternative Möglichkeiten, Organisationen zu verstehen!

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