Ken Wilber

Begründer der Integralen Theorie

»Das einundzwanzigste Jahrhundert hat buchstäblich drei Möglichkeiten: Aristoteles, Nietzsche, oder Ken Wilber.«

– Jack Crittenden, Autor von „Beyond Individualism“

Wer ist Ken Wilber?

Ken Wilber, Jahrgang 1949, ist einer der einflussreichsten Philosophen der Gegenwart. Mit seinen Beiträgen zur Bewusstseinsentwicklung und seinem Integralen Ansatz gilt er als der umfassendste philosophische Denker unserer Zeit. Mit 25 Büchern, die in rund 30 Sprachen übersetzt wurden, zählt er zu den bekanntesten akademischen Schriftstellern in Amerika.

Ken Wilber lebt derzeit in Denver, Colorado, und ist als Philosoph, Autor und Lehrer tätig.

Was Ken Wilber in der heutigen Welt so relevant macht ist, dass er der Urheber einer ersten wirklich ganzheitlichen und integrativen Philosophie ist, der „Integralen Theorie“.

Er schuf damit eine der ersten glaubhaften und nachvollziehbaren Welt-Philosophien, die das Wissen und die Weisheit aus Kultur-Wissenschaften, Anthropologie, System-Theorie, Entwicklungs-Psychologie, Biologie und Spiritualität und zahlreichen anderen Disziplinen miteinander in Beziehung setzt. Seither wird der Integrale Ansatz in vielen Arbeitsfeldern praktisch angewendet, unter vielen anderen z.B. in der Ökologie, Nachhaltigkeit, Psychotherapie, Psychiatrie, Bildung, Wirtschaft, Medizin, Politik, im Sport und in der Kunst.

Ken Wilber ist Gründer des Integral Institute, einer Organisation die sich der Weiterentwicklung und Anwendung des Integralen Ansatzes auf die globalen Fragen unserer Welt widmet. Das Integral Institute wurde in Zusammenarbeit mit mehr als 200 Wissenschaftlern und Experten aus den Bereichen Bildung, Politik, Wirtschaft, Medizin, Psychologie, Spiritualität, sowie Recht und Strafrecht gebildet und ist Partner der Fielding Graduate University, Santa Barbara, Kalifornien.

Ken Wilber ist Mitbegründer von Integral Life, einer seit 2007 bestehenden Social-Media-Plattform, die die Integrale Vision der weltweiten Gemeinschaft bekannt machen möchte sowie den Fortschritt der Integralen Bewegung dokumentieren und fördern möchte.

Warum eine Integrale Vision nötig ist

Wilber erklärt die Notwendigkeit eines integralen Ansatzes in der folgenden Art und Weise:

»In unserer heutigen post-modernen Welt verfügen wir Menschen über eine unübersehbare Fülle von Methoden und Verfahren aus allen Bereichen und Wissenstraditionen der Welt. Was uns jedoch fehlt, ist ein kohärentes Modell zur Organisation und Koordination all dieser verschiedenen Verfahren und der dazugehörigen Informationen. Wir brauchen einen Ansatz, der über diesen wahllosen eklektischen Pluralismus hinausgeht und zu einem „Integralen methodologischen Pluralismus“ führt, zu einer echten „Theorie von Allem“, die jedes einzelne Feld um ein Verständnis davon erweitert und bereichert, wie und an welchen Stellen dieses Feld exakt in Bezug auf alle anderen Felder passt. Durch den Integralen Ansatz ergeben sich für uns bislang ungeahnte Möglichkeiten für eine bessere, mitfühlendere und nachhaltigere Zukunft für uns alle.«

Kurz gesagt, eröffnet der integrale Ansatz die kohärente Organisation, Koordination und Harmonisierung aller relevanten Praktiken, Methoden und Erfahrungen, die uns Menschen zur Verfügung stehen. Ken Wilber dazu: »Sie können realistischer Weise nicht verschiedene Methoden und Disziplinen würdigen ohne dabei aufzuzeigen, wie diese zusammenpassen.«

Leben und Werk

Ken Wilber unterscheidet bislang fünf verschiedene Schaffensphasen seines Werkes, die unterschiedliche Lebensphasen und seine eigene Bewusstseins-Entwicklung charakterisieren und auf verschiedene Themen fokussieren.

Wilber I – Romantische jungianische Phase (1977-1979)

In dieser frühen Schaffens-Phase geht Ken Wilber wie viele andere romantische Philosophen und jungianische Psychologen davon aus, dass spirituelles Wachstum eine Form der Rückkehr zu einem Zustand ist, der in der Vergangenheit bestand, jedoch im Laufe des Aufwachsens bzw. der kulturellen Entwicklung verloren gegangen ist.

In dieser Phase entstehen:

  • Das Spektrum des Bewusstseins
  • Wege zum Selbst

Wilber II – Evolutionäre Orientierung (1980-1982)

In dieser Phase wendet sich Wilber der Entwicklungs-Psychologie zu als einem umfassenderen Kontext zur Integration östlicher und westlicher Psychologie. Spirituelles Wachstum sieht er nun als etwas an, das nach dem Erwachsenwerden kommt. Anders gesagt, wir haben Gott nicht verloren, sondern wir wachsen in ihn hinein, in einem schrittweisen Entwicklungsprozess.

In dieser Phase entstehen:

  • Das Atman Projekt
  • Halbzeit der Evolution
  • The Holographic Paradigm and Other Paradoxes

Wilber III – Ebenen und Linien (1983-1987)

In der anschließenden Zeit bis 1987 verfeinert er sein Entwicklungs-Modell. Wilber versteht Entwicklung nicht länger als einen homogenen und eindimensionalen Prozess, in dem das Selbst eine Anzahl von Stadien linear durchläuft. Stattdessen betrachtet er Entwicklung als einen komplexen Prozess, der aus verschiedenen Entwicklungslinien besteht (kognitiv, emotional, sozial, spirituell, etc.). Das Selbst hat dabei (neben vielen anderen Aufgaben) als eine Art Navigator die Funktion, ein Gleichgewicht zwischen diesen Linien zu wahren, die ganz unterschiedlich weit entwickelt sein können.

In dieser Phase entstehen:

  • Quantum Questions
  • Der glaubende Mensch
  • Die drei Augen der Erkenntnis
  • Transformation of Consciousness (Mitautor)
  • Spiritual Choices (Mitautor)

Persönliche Auszeit (1987-1995)

In den Jahren 1987 bis 1995 veröffentlicht er sehr wenig, hauptsächlich aus persönlichen Gründen. Seine Frau erkrankt in dieser Zeit und stirbt 1989. Diese Periode ist in dem Buch „Mut und Gnade – Die Geschichte einer großen Liebe: das Leben und Sterben der Treya Wilber“ (1991) aufgezeichnet.

Wilber IV – AQAL integral (1995-2001)

In dieser vierten Schaffens-Phase fügt er eine soziokulturelle Dimension zu seinem Modell individueller Entwicklung hinzu und richtet mehr Aufmerksamkeit auf die neurologischen Vorgänge, die am Bewusstsein beteiligt sind. Hier entsteht sein Bild der vier Quadranten: intentional, neurologisch, kulturell und sozioökonomisch (d.h. individuell-subjektiv, individuell-objektiv, kollektiv-subjektiv und kollektiv-objektiv). Mit diesem Modell demonstriert er die wechselseitige Abhängigkeit dieser Dimensionen, skizziert ihre gemeinsame Entwicklung als „Tetra-Evolution“ und weist auf die Einseitigkeiten von Ansichten hin, die auf nur einem Quadranten basieren, und dabei die Gültigkeit der anderen Quadranten anzweifeln oder ignorieren.

In dieser Phase entstehen:

  • Eros, Kosmos, Logos
  • Eine kurze Geschichte des Kosmos
  • Das Wahre, Schöne, Gute
  • Naturwissenschaft und Religion
  • Einfach „Das“
  • Integrale Psychologie
  • Ganzheitlich Handeln

Wilber V – Integrale Post-Metaphysik (seit 2002)

Erneut verlagert Wilber den Schwerpunkt seiner Arbeit. Dieses Mal wendet er sich hin zu einer evolutionären Sichtweise, die auf Rupert Sheldrakes Begriff der „Gegenwart der Vergangenheit“ in allen vier Quadranten beruht.

In dieser Phase entstehen:

  • Boomeritis
  • The Simple Feeling of Being
  • Integrale Spiritualität
  • Integrale Vision
  • Integrale Lebenspraxis
  • The Fourth Turning
  • Integral Meditation

… und hoffentlich noch viele weitere Veröffentlichungen ;-)

Bill Clinton über Ken Wilber

»If ordinary people don't perceive that our grand ideas are working in their lives then they can't develop the higher level of consciousness, to use a term that American philosopher Ken Wilber wrote a whole book about. He said, you know, the problem is the world needs to be more integrated, but it requires a consciousness that's way up here, and an ability to see beyond the differences among us.«

– Bill Clinton, 42. Präsident der USA

Unsere Empfehlung

… zur Einführung in das Werk Ken Wilbers:

Ken Wilber ist teilweise nicht sehr leicht zu lesen und zu verstehen. Daher empfehlen wir Wilber-Interessierten gerne „Integrale Vision“ als eine gute und leicht verständliche Einführung in den Integralen Ansatz.

Menschen, die den Integralen Ansatz in ihrem Alltag praktizieren wollen, können wir „Integrale Lebenspraxis“ ans Herz legen.

Bücher von Ken Wilber

Wilber selbst empfiehlt alle seine Bücher zum Lesen, mit einer wichtigen Einschränkung: Seine ersten beiden Bücher „Das Spektrum des Bewusstseins“ und „Wege zum Selbst“ entstammen Wilbers „romantischer Phase“, einem Konzept von dem er sich seit 1982 klar distanziert hat.

Englische Titel beziehen sich auf Ausgaben, die (noch) nicht in die deutsche Sprache übersetzt wurden. Jahresangaben beziehen sich auf das Jahr der Erst-Erscheinung in Amerika. Englische Neuauflagen werden zum Teil durch Ken Wilber aktualisiert, während die Deutschen Übersetzungen der Erstausgabe entsprechen.

Spektrum des Bewusstseins (1977)
Spektrum des Bewusstseins

Eine Synthese östlicher und westlicher Spiritualität.

Rowohlt, 1991, 384 Seiten

(Original: The Spectrum of Consciousness)

Wege zum Selbst (1979)
Das Atman Projekt (1980)
Halbzeit der Evolution (1981)
The Holographic Paradigm and Other Paradoxes (1982)
Die drei Augen der Erkenntnis (1983)
Der glaubende Mensch (1983)
Quantum Questions (1984)
Transformation of Consciousness (1987)
Spiritual Choices (1987)
Mut und Gnade (1991)
Eros, Kosmos, Logos (1995)
Eine kurze Geschichte des Kosmos (1996)
Das Wahre, Schöne, Gute (1997)
Naturwissenschaft und Religion (1998)
Einfach „Das“ (1999)
Integrale Psychologie (2000)
Ganzheitlich Handeln (2000)
Boomeritis (2002)
The Simple Feeling of Being (2004)
Integrale Spiritualität (2006)
Integrale Vision (2007)
Integrale Lebenspraxis (2008)
The Fourth Turning (2014)
Integral Meditation (2016)
The Religion of Tomorrow (2017)

Danke / Thanks

Wir danken Ken und Colin für die freundliche Genehmigung und Bereitstellung des umfangreichen und authentischen Materials zu Ken Wilber.

We thank Ken und Colin a lot for the friendly permission and provision of the comprehensive and authentic materials about Ken Wilber.

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